Wildwasser Karlsruhe

Bera­tungs­grund­sätze

Das bedeu­tet, die Bera­tungs­stelle ist offen für Menschen mit und ohne Behin­de­rung, jeder Herkunft, Reli­gion, Haut­farbe, sexu­el­len Orien­tie­rung, sexu­el­len Iden­ti­tät und jeden Geschlechts.

Die Bera­tun­gen erfol­gen unab­hän­gig davon, welche Form sexua­li­sier­ter Gewalt Betrof­fene erlebt haben, wie lange die Gewalt­er­fah­rung zurück­liegt oder ob sie noch andau­ert, ob Anzeige erstat­tet wurde oder nicht.

  • Beratung für alle Betrof­fe­nen: Die Bera­tungs­stelle ist offen für alle Menschen, die sexua­li­sierte Gewalt erlebt haben. Die Bera­tungs­stelle bietet einen Schutz­raum für Betrof­fene. Täter*innenberatung findet hier nicht statt.
  • Kosten­frei­heit, Vertrau­lich­keit, Anony­mi­tät: Die Bera­tungs­ge­sprä­che sind kosten­los, vertrau­lich und auf Wunsch anonym.
  • Frei­wil­lig­keit:Ein wich­ti­ger Grund­satz ist die Frei­wil­lig­keit der Inan­spruch­nahme von Leis­tun­gen, um das für den Bera­tungs­pro­zess unab­ding­bare Vertrau­ens­ver­hält­nis abzusichern.
  • Schwei­ge­pflicht: Alle Daten und Anga­ben unter­lie­gen der Schwei­ge­pflicht. Einge­schränkt wird diese Schwei­ge­pflicht durch eine mögli­che Ladung als Zeug*in in einem Straf­pro­zess oder durch die Garan­ten­pflicht bei einer etwai­gen Kindes­wohl­ge­fähr­dung (§ 1666 BGB).
  • Infor­ma­tio­nen für Klient*innen: Über Bera­tungs­ab­läufe, Daten­schutz u.w. wird in Erst­ge­sprä­chen informiert.
  • Gesell­schaft­li­cher Kontext: Die Bera­tun­gen erfol­gen unter Einbe­zug des indi­vi­du­el­len gesell­schaft­li­chen Kontex­tes und des gesell­schaft­li­chen Kontex­tes von sexua­li­sier­ter Gewalt. Die indi­vi­du­elle Bedeu­tung der (beispiels­weise weib­li­chen oder männ­li­chen) Sozia­li­sa­tion der Klient*innen wird reflektiert.
  • Femi­nis­ti­sche Partei­lich­keit: Vor dem Hinter­grund unse­res Verständ­nis­ses von sexua­li­sier­ter Gewalt unter Einbe­zug des gesell­schaft­li­chen Kontex­tes arbei­ten wir femi­nis­tisch partei­lich: Wir verur­tei­len jede Form von Diskri­mi­nie­rung und Gewalt. Wir stehen offen und bewusst an der Seite der Betrof­fe­nen. In der Beratung stel­len wir die Selbst­be­stim­mung der Betrof­fe­nen in den Mittelpunkt.
  • Parti­zi­pa­tiv: In den Bera­tungs­pro­zess sind die Klient*innen parti­zi­pa­tiv mit einge­bun­den. Nach ihren Bedürf­nis­sen rich­ten sich die Themen, Inhalte und Abstände der Bera­tun­gen – sie gestal­ten den Bera­tungs­ver­lauf aktiv mit. Worüber gespro­chen und nicht gespro­chen wird, entschei­den die Klient*innen.
  • Ressour­cen­ori­en­tiert: Die Arbeit mit den Klient*innen basiert auf einer ressour­cen­ori­en­tier­ten Haltung, die eigene Stär­ken und Fähig­kei­ten der Ratsu­chen­den zur Stabi­li­sie­rung und Heilung akti­vie­ren und fördern will.
  • Gegen Psycho­lo­gi­sie­rung und Patho­lo­gi­sie­rung: Sexua­li­sierte Gewalt wird als Ausdruck der gesell­schaft­li­chen (Geschlechter-)Verhältnisse verstan­den und keines­falls auf eine indi­vi­du­elle Störung oder ein persön­li­ches Versa­gen der Betrof­fe­nen zurück­ge­führt. Wir sehen die betrof­fene Person mit ihren indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten, Möglich­kei­ten und Schwierigkeiten.