Wildwasser Karlsruhe

FAqs für Erwachsene

Allge­meine Fragen

Sexua­li­sierte Gewalt ist jede sexu­elle Hand­lung, die ein Mensch zu seiner eige­nen Bedürf­nis­be­frie­di­gung gegen den Willen einer Person an, vor oder mit ihr durch­führt. Der Tatper­son geht es häufig nicht primär um sexu­elle Befrie­di­gung, sondern Macht- und Dominanzausübung.

Zu sexua­li­sier­ter Gewalt gehö­ren beispiels­weise exhi­bi­tio­nis­ti­sche oder voyeu­ris­ti­sche Hand­lun­gen, das Zeigen oder Herstel­len porno­gra­fi­schen Mate­ri­als mit Kindern oder Jugend­li­chen, verbale sexua­li­sierte Belei­di­gun­gen o.ä., Berüh­run­gen an den Brüs­ten oder im Geni­tal­be­reich, Mastur­ba­tion an der Tat- oder betrof­fe­nen Person wie auch vagi­nale, anale oder orale Verge­wal­ti­gung durch Gegen­stände oder Penetration.

Die Begriffe sexua­li­sierte Gewalt, sexu­elle Gewalt und sexu­el­ler Miss­brauch beschrei­ben im Wesent­li­chen das Gleiche.

Früher wurde juris­tisch und medial insbe­son­dere für sexu­elle Hand­lun­gen an, vor oder mit Kindern der Begriff sexu­el­ler Miss­brauch genutzt. Der Begriff sugge­riert, dass es auch einen rich­ti­gen sexu­el­len Gebrauch von Kindern geben könnte, was nicht der Fall ist. In den Gesetz­bü­chern soll ab 2021 nun auch von sexua­li­sier­ter Gewalt gespro­chen werden. Dieser Begriff hebt zum einen den Gewalt­aspekt hervor sowie zum ande­ren, das sexu­elle Hand­lun­gen zur Gewalt­an­wen­dung instru­men­ta­li­siert bzw. genutzt werden.

Auch sexu­elle Beläs­ti­gung ist sexua­li­sierte Gewalt. Juris­tisch und im Volks­mund wird der Begriff benutzt, wenn die sexu­elle Hand­lung als weni­ger massiv einge­schätzt wird. Das kann beispiels­weise bei einem flüch­ti­gen Griff oder Strei­cheln an Geni­ta­lien, Brüste oder Po über der Klei­dung oder bei sexu­el­lem Stal­king der Fall sein. Sexu­elle Beläs­ti­gung kann für Betrof­fene die selben psychi­schen Auswir­kun­gen haben, wie eine Tat, die juris­tisch als schwe­rer sexu­el­ler Miss­brauch bewer­tet wird.

Wenn sie wider Willen passie­ren, sind grund­sätz­lich alle Formen beisch­la­f­ähn­li­cher Hand­lun­gen und das Entblö­ßen oder Betas­ten der Geschlechts­or­gane und das Anfas­sen des nack­ten Körpers in der Nähe von Penis oder Vulva (z.B. am nack­ten Ober­schen­kel) straf­bar. Ebenso gewalt­same (Zungen-)Küsse oder der flüch­tige Griff an die Geni­ta­lien, Brüste oder Po über der Klei­dung und mehr. Auch sexu­ell beläs­ti­gen­des Stal­king ist strafbar.

Je nach Alter von betrof­fe­ner und Tatper­son können auch schein­bar einver­nehm­li­che sexu­elle Hand­lun­gen straf­bar sein. Der Gesetz­ge­ber geht davon aus, dass Kinder unter 14 Jahren nicht in der Lage sind, frei über ihre Sexua­li­tät zu bestim­men. Das Schutz­al­ter von 14 Jahren ist in § 176 Abs. 1 StGB gere­gelt. Sexu­elle Hand­lun­gen an, vor oder mit einem Kind sind somit ausnahms­los unter Strafe gestellt. Ist eine Person zwischen 14 und 18 Jahren alt, hängt es vor allem vom Alter der ande­ren Person sowie vom Macht­ge­fälle ab, ob die sexu­el­len Hand­lun­gen straf­bar sind.

Es gibt sehr gute Gründe für eine Anzeige. Es gibt aber auch Gründe dage­gen, die nicht zu vernach­läs­si­gen sind.

Jede betrof­fene Person sollte infor­miert und bewusst entschei­den, ob der Weg zur Poli­zei für sie der rich­tige ist.

Wich­tig ist, dass man sich vor dem Gang zur Poli­zei bewusst macht, was eine Anzeige alles bedeu­tet und mit sich zieht. Deswe­gen raten wir in jedem Fall dazu, noch vor der Anzei­gen­stel­lung einen Opfer­an­walt / eine Opfer­an­wäl­tin hinzu­zu­zie­hen. Auch wir können Sie in dem Entschei­dungs­pro­zess unterstützen.

Mit in die Entschei­dung einzu­be­zie­hen ist unter ande­rem: Sobald die Poli­zei Mittei­lung von einer Straf­tat hat, muss sie ermit­teln – sich danach noch­mal umzu­ent­schei­den ist nicht mehr möglich. Betrof­fene müssen dann i.d.R. aussa­gen, teil­weise mehr­fach und manch­mal über Jahre hinweg, denn: Auch Betrof­fene haben eine Zeugen­pflicht. Teil­weise wird die Straf­ver­fol­gung aufgrund mangeln­der Beweis­lage gar nicht erst aufge­nom­men, häufig wieder einge­stellt. Eine Anzeige zu stel­len heißt nicht unbe­dingt, dass die Person auch verur­teilt wird. Für manche Betrof­fene ist die psychi­sche Belas­tung während des Prozes­ses und die Enttäu­schung, wenn die erhoff­ten Konse­quen­zen nicht eintre­ten, groß.

Aller­dings: Es gibt gute Möglich­kei­ten, die psychi­sche Belas­tung für die Betrof­fe­nen während des Prozes­ses — teil­weise deut­lich — abzu­mil­dern, beispiels­weise durch eine Opferanwält*in / Neben­klage und durch eine psycho­so­ziale Prozess­be­glei­tung. Wir infor­mie­ren Sie gerne dazu.

Der Mythos vom frem­den, schwar­zen Mann ist längst überholt.

Die meis­ten Täter und Täte­rin­nen kommen aus dem Bekann­ten­kreis der betrof­fe­nen Person (etwa 50%), einige aus der Fami­lie (etwa 25%), nur etwa 10% bis 20% sind den Betrof­fe­nen fremd. (Anders bei sexua­li­sier­ter Gewalt im Netz: Hier sind die Tatper­so­nen meis­tens Fremde.) Die über­wie­gende Anzahl der Tatper­so­nen ist männ­lich, etwa 10- 20% weib­lich (UBSKM 2020: Fact Sheet- Zahlen und Fakten zu sexu­el­ler Gewalt gegen Kinder und Jugendliche).

Von den verur­teil­ten Sexu­al­straf­tä­tern haben etwa 12–20% eine Pädo­phi­lie (Ameri­can Psych­iatric Asso­cia­tion 1999: Dange­ruos sex offen­ders. A task-force report) – das ist also die Minder­heit der Täter. Einige Täter*innen weisen psychi­sche Auffäl­lig­kei­ten auf, wie eine anti­so­ziale Persön­lich­keits­struk­tur. Der Groß­teil der Täter*innen übt sexua­li­sierte Gewalt zur Macht­aus­übung aus, zur Ernied­ri­gung ande­rer, zum Gewinn von Kontrolle und Dominanz.

Unter den Täter*innen finden sich auch Jugend­liche (etwa 25–30%). Über­grif­fi­ges Verhal­ten ihrer­seits ist auch in mangeln­der Aufklä­rung oder mangeln­dem Verständ­nis von adäqua­tem Sexu­al­ver­hal­ten begründet.

Wich­tig ist: Häufig sind die Täter*innen sozial ange­passt, sind beliebt, genie­ßen das volle Vertrauen ihres Umfel­des. Das gehört zu ihrer Stra­te­gie (siehe unten). Verwer­fen Sie einen Verdacht bitte nicht, weil Sie es der Person niemals zutrauen würden – in den meis­ten Fällen traut das Umfeld den Täter*innen so etwas nicht zu. Täter*innen sind der Wolf im Schafpelz.

Es gibt Täter*innen, die ihre Opfer „plötz­lich“ (und geplant) gewalt­sam überwältigen.

Häufig aller­dings tasten die Täter*innen sich schritt­weise, plan­voll und äußerst mani­pu­la­tiv an die Betrof­fe­nen heran. Dabei stel­len Täter*innen gezielt Bedin­gun­gen und Voraus­set­zun­gen her, in denen sie sexua­li­sierte Gewalt anwen­den können: Beispiels­weise indem sie in Arbeits­fel­der gehen, in denen sie einfa­chen Zugang zu ihren Opfern haben, indem sie für Situa­tio­nen sorgen, in denen sie alleine mit der Person sind und indem sie zur Vertrau­ens­per­son des Opfers werden. Es gibt auch Menschen, die sich gezielt bspw. über Kontakt­an­zei­gen Partner*innen mit Kind suchen, um sich an ihm vergrei­fen zu können. Täter*innen funk­tio­na­li­sie­ren wich­ti­gen Bezugs­per­so­nen bzw. das Umfeld oft: Täter*innen schaf­fen es häufig, von sich das Bild einer vertrau­ens­vol­len und sympa­thi­schen Person zu erzeu­gen, während sie gleich­zei­tig die betrof­fene Person diffa­mie­ren, sie als unglaub­wür­dig hinstel­len, sie von ande­ren Kontak­ten isolie­ren und Zwie­tracht sähen. Manch­mal sind Täter*innen direkt massiv über­grif­fig. Oft aber fangen Täter*innen an, schein­bar unab­sicht­li­che Berüh­run­gen zuneh­mend zu sexua­li­sie­ren, in Vorbe­rei­tung auf massive Über­griffe: Beispiels­weise geht die Hand wie ausver­se­hen im Kitzel-Spiel unters Shirt oder in den Geni­tal­be­reich. Dies dient dem Zweck, die Reak­tio­nen der Betrof­fe­nen zu testen, sie zu verwir­ren und Über­griffe Schritt für Schritt zur Norma­li­tät werden zu lassen. Meist bauen Täter*innen star­ken Geheim­hal­tungs­druck auf. Zum Beispiel, indem sie sich für die betrof­fene Person unver­zicht­bar machen, indem sie Verständ­nis oder Mitleid schaf­fen, der betrof­fe­nen Person die Schuld einre­den oder indem sie schlimme Drohun­gen aussprechen.

Wich­tig ist: Häufig gehen Täter*innen äußerst perfide und mani­pu­la­tiv vor. Das Umfeld so zu beein­flus­sen, dass dies eher der Tatper­son als der Betrof­fe­nen glaubt, ist übli­cher Teil der Stra­te­gie. Ebenso wie es Teil der Stra­te­gie ist, die Betrof­fe­nen so zu verwir­ren und ihnen (Mit-)Schuld einzu­re­den, dass es für die Betrof­fe­nen teil­weise unfass­bar schwer ist, zu erken­nen, was mit ihnen passiert, geschweige denn sich anzuvertrauen.

Sexua­li­sierte Gewalt kann allen Menschen wider­fah­ren. Säug­lin­gen, Kindern, Jugend­li­chen, Erwach­se­nen, Alten, Jungen, Männern, Mädchen, Frauen, Menschen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund, schwar­zen Menschen oder People of Colour, behin­der­ten Menschen, erfolg­rei­chen Menschen, vernach­läs­sig­ten Menschen, belieb­ten Menschen, …

Mädchen* und Frauen* sind häufi­ger betrof­fen, als Jungen* und Männer*. Es wird davon ausge­gan­gen, dass etwa jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge mindes­tens einmal vor dem 18. Lebens­jahr eine sexu­elle Gewalt­er­fah­rung erlebt, die der Gesetz­ge­ber als sexu­el­len Miss­brauch, exhi­bi­tio­nis­ti­sche Hand­lung, Miss­brauch von Schutz­be­foh­le­nen, sexu­elle Nöti­gung oder Verge­wal­ti­gung unter Strafe stellt.

Das entspricht 1–2 Kindern pro Schulklasse.

Statis­ti­ken weisen darauf hin, dass Menschen mit Behin­de­rung zwei- bis drei­mal häufi­ger sexu­el­lem Miss­brauch in Kind­heit und Jugend ausge­setzt sind als der weib­li­che Bevöl­ke­rungs­durch­schnitt. Auch Menschen mit Trans*- oder Inter*-Hintergrund gelten als vermehrt betrof­fen. Zudem machen verschie­dene Defi­zite wie beispiels­weise emotio­nale Vernach­läs­si­gung, fehlende elter­li­che Fürsorge oder wenig Wissen zu sexu­el­len Themen beson­ders verletz­lich (UBSKM 2020: Fact Sheet — Zahlen und Fakten zu sexu­el­ler Gewalt gegen Kinder und Jugendliche).

Doch. Und das sind auch keine Einzelfälle.

Bange (2007: Sexu­el­ler Miss­brauch an Jungen. Die Mauer des Schwei­gens) kommt zu dem Ergeb­nis, dass etwa fünf bis zehn Prozent der männ­li­chen Bevöl­ke­rung im Laufe ihres Lebens von sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fen sind. Präva­lenz­stu­dien, die vor allem in den USA durch­ge­führt worden sind, kommen zu einem ähnli­chen Ergeb­nis. Bei 83 Millio­nen Einwoh­nern in Deutsch­land, wovon etwa die Hälfte männ­lich ist, würde das bis zu 4,1 Millio­nen Jungen und Männern in Deutsch­land entsprechen.

Sexua­li­sierte Gewalt an Jungen und Männern ist in Deutsch­land noch stär­ker tabui­siert, als sexua­li­sierte Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Diese Tabui­sie­rung und das gesell­schaft­lich domi­nante Bild von Männ­lich­keit, in dem sexua­li­sierte Gewalt­be­trof­fen­heit und Männ­lich­keit nicht zuein­an­der passen, erschwert es vielen Jungen und Männern, die Gewalt an sich einord­nen geschweige denn offen­ba­ren zu können.

Es gibt einen weit verbrei­te­ten Mythos, dass von sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fene Kinder oder Menschen sich später selbst sexu­ell über­grif­fig verhal­ten. Insbe­son­dere Jungs lastet dieser Mythos schwer an.

Dass der Mythos nicht halt­bar ist, ist ganz logisch ableit­bar: Ein Täter vergeht sich in den seltens­ten Fällen an nur einer Person, sondern häufig an mehre­ren oder sogar vielen (bekannte Beispiele hier­für wären die Miss­brauchs­fälle an der Oden­wald­schule oder der Miss­brauchs­ring Bergisch-Glad­bach). Würden viele der Betrof­fe­nen später selbst sexu­ell gewalt­tä­tig werden, gäbe es ein expo­nen­ti­el­les Wachs­tum an Miss­brauchs­fäl­len – es würde immer mehr Betrof­fene geben. Mitt­ler­weile bestünde die ganze Welt aus Betrof­fe­nen. Fakt ist aber, dass die Zahlen an Miss­brauchs­op­fern seit Jahr­zehn­ten in etwa gleich hoch bleiben.

Zwar ist bei Sexu­al­straf­tä­tern im Vergleich zu ande­ren Straf­tä­tern eine erhöhte sexu­elle Vikti­mi­sie­rung, d.h. eigene Betrof­fen­heit, nach­zu­wei­sen. Daraus lässt sich aber nicht umge­kehrt ablei­ten, dass sexu­ell miss­brauchte Kinder/ Menschen mit einer erhöh­ten Wahr­schein­lich­keit auch zu Sexu­al­tä­tern werden. (Ein Beispiel zur besse­ren Verständ­lich­keit: Von den Fußball-Natio­nal­spie­lern haben sicher­lich viele schon als Kind Fußball gespielt. Trotz­dem wird nicht der Groß­teil der Fußball spie­len­den Kinder später auch Nationalspieler.)

Mitt­ler­weile gibt es auch einige Forschun­gen, die diesen Mythos wider­le­gen (vgl. Bange, 2010: Vom Opfer zum Täter – Mythos oder Realität?).

Fragen von Bezugs­per­so­nen oder Betroffenen

Aufge­klärte, selbst­be­wusste Kinder, die ihren Gefüh­len vertrauen und die Schutz­per­so­nen um sich wissen, sind gestärkte und geschützte Kinder.

Wir können unsere Kinder leider nicht vor allen Gefah­ren dieser Welt behü­ten. Aber: Wir können sie mit unse­rer alltäg­li­chen Haltung darin fördern, dass sie ungute Situa­tio­nen erken­nen, dass sie ihre eige­nen Gren­zen kennen und die Gren­zen ande­rer achten und dass sie ihren Gefüh­len vertrauen. Wir können sie vom Säug­lings­al­ter an in einer aufge­klär­ten, selbst­be­stimm­ten Entwick­lung ihrer Sexua­li­tät beglei­ten. Wir können ihnen zeigen, dass sie Hilfe bekom­men, wenn sie in der Klemme stecken. Wir können ihnen signa­li­sie­ren: Du bist wich­tig, deine Gefühle sind rich­tig und dein Körper ist dein Schatz.

Wich­tig ist: Kein Kind kein sich alleine schüt­zen. Wir Erwachsene tragen die Verant­wor­tung für den Schutz unse­rer Kinder — immer.

Unter Links und Lite­ra­tur  finden Sie tolle Podcasts, Videos und weitere Infor­ma­tio­nen zu wich­ti­gen Präventionsthemen.

Wenn Sie einen Miss­brauch vermu­ten, ist das eine schwie­rige Situa­tion, die ruhi­ges und bedach­tes Handeln erfor­dert. Wie das im Einzel­fall ausse­hen kann, ist sehr unter­schied­lich. Deswe­gen ist es immer eine gute Idee, sich mit spezia­li­sier­ten Fach­kräf­ten darüber auszu­tau­schen: Wir spre­chen Ihre Vermu­tung gerne mit Ihnen durch, wenn Sie wünschen auch anonym.

Wich­tig ist: Nehmen Sie Ihren Verdacht ernst. Bewah­ren Sie Ruhe. Doku­men­tie­ren Sie Ihre Beob­ach­tun­gen. Wenn ein Kind sich Ihnen anver­traut: Glau­ben Sie ihm, bestär­ken Sie es für seinen Mut und tragen Sie dazu bei, dass der Miss­brauch aufhört. Machen Sie keine Verspre­chun­gen, die Sie nicht halten können.

Spre­chen Sie auf keinen Fall die vermeint­li­che Tatper­son darauf an! Es besteht die ernst­zu­neh­mende Gefahr, dass der/die Täter*in dann verstärk­ten Geheim­hal­tungs­druck auf das Kind aufbaut.

Wenn sich der Verdacht bestä­tigt, soll das Kind unbe­dingt vor weite­ren sexu­el­len Über­grif­fen geschützt werden!

Melden Sie sich gerne bei uns, sodass wir die Situa­tion gemein­sam abwä­gen und ggf. eine Inter­ven­tion über­le­gen können.

Smart­pho­nes, Whats­App, Insta­gram und mehr gehö­ren zur Lebens­welt eini­ger Kinder und vieler Jugend­li­chen. Proble­ma­tisch ist: Diese Medien werden nicht nur von Kindern und Jugend­li­chen genutzt, sondern auch von Täter*innen. Deswe­gen braucht es einen siche­ren Umgang mit diesen Medien.

728.000 Erwachsene in Deutsch­land haben sexu­elle Online-Kontakte zu Kindern, laut mikado-studie.de (mehr schlaue Zahlen hier). 

Über das Inter­net können Täter*innen einfach, unge­stört und unter falscher Iden­ti­tät Kontakt zu Kindern und Jugend­li­chen aufbauen. Diesen Kontakt können sie zuneh­mend, schlei­chend sexua­li­sie­ren. Ihr Vorge­hen ist dabei häufig so perfide und mani­pu­la­tiv, dass die Kinder, Jugend­li­chen oder auch erwach­se­nen Betrof­fe­nen dies häufig erst (zu) spät realisieren.

Kinder und Jugend­liche können im Inter­net außer­dem schnell unge­wollt auf verstö­ren­des Bild- oder Video­ma­te­rial gelan­gen. Geben sie „Süße Möpse“ in eine Bilder-Such­ma­schine ein, sehen sie sicher­lich nicht nur süße Hunde. Tippen sie xxx ein, finden sie gewalt­volle Sexdar­stel­lun­gen mit Jugendlichen.

Es gibt viele Möglich­kei­ten, sicher und smart im Netz unter­wegs zu sein. Der Verein inno­cence in danger hat viele tolle Tipps und Tricks für Kinder, Jugend­liche und ihre Eltern zum siche­ren Surfen und Chat­ten parat:

Bespre­chen Sie zum Beispiel mit Ihren Kindern, welche persön­li­chen Infos sie online weiter­ge­ben dürfen. Infor­mie­ren Sie sich über Sicher­heits­soft­ware, die das Benut­zen der Websei­ten begrenzt (z.B. www.time-for-kids.de). Rich­ten Sie mit ihrem Kind die Privats- und Sicher­heits­ein­stel­lun­gen eines neuen Profils ein. Verein­ba­ren Sie ein Digi­tal-Abkom­men mit Ihren Kindern.

Auf der Webseite von inno­cence in danger finden sich viele weitere Tipps, Videos, Kinder-Apps, Infos und mehr.

Das gewalt­same Eindrin­gen in Körper­öff­nun­gen ist ein medi­zi­ni­scher Notfall und sollte medi­zi­nisch versorgt werden.

Die Gewalt­am­bu­lanz mit Sitz in Heidel­berg stellt eine respekt­volle medi­zi­ni­sche Versor­gung sicher. Sie koope­riert mit Ärzt*innen in Karls­ruhe. Sie können die Gewalt­am­bu­lanz Tag und Nacht errei­chen und sich über Ihre Optio­nen infor­mie­ren. Im Gegen­satz zu den meis­ten herkömm­li­chen Ärzt*innen kann die Gewalt­am­bu­lanz mit ihren Koope­ra­ti­ons­part­nern vorsorg­lich Spuren sichern, die gericht­lich verwert­bar sind. Falls Sie sich irgend­wann für eine Anzeige entschei­den, können Sie auf die gesi­cher­ten Beweise zurück­grei­fen. Erst­mal können Sie darüber in Ruhe nachdenken.

Auch andere Arzt­pra­xen oder Kran­ken­häu­ser können Sie medi­zi­nisch versor­gen. Häufig verfü­gen sie nicht über die Möglich­keit der gericht­lich verwert­ba­ren Spurensicherung.

Manche Ärzt*innen denken, sie stün­den unter Anzei­ge­pflicht. Das ist falsch: Für Ärzt*innen besteht keine Anzei­ge­pflicht, auch nicht bei minder­jäh­ri­gen Patient*innen. Die Erstat­tung einer Anzeige ist unter keinen Umstän­den Voraus­set­zung für eine medi­zi­ni­sche Versor­gung und (wenn möglich) Befund­si­che­rung nach einer Vergewaltigung.

Viele Betrof­fene plagen Schuld­ge­fühle. Aber: Wenn Sie sexua­li­sierte Gewalt erlebt haben, sind Sie daran nicht schuld – ganz egal, was sie vorher gemacht haben. Schul­dig ist immer die Person, die Gewalt ausübt. Auch, wenn Sie sich nicht gewehrt haben, wenn Sie frei­wil­lig mitge­gan­gen sind, wenn Sie sich reiz­voll geklei­det oder verhal­ten haben, wenn Sie nachts in dunk­len Gassen unter­wegs waren, wenn Sie anfangs noch mitge­macht haben oder oder: Nichts davon ist als Einla­dung zur Gewalt­an­wen­dung miss­zu­ver­ste­hen. Der Täter* oder die Täter*in weiß, wenn er Gewalt anwen­det und tut es trotz­dem. Bei ihm oder ihr liegt die Schuld. Niemals bei denen, die Gewalt erleben.

Bei uns können Sie sich unter­stüt­zen und bera­ten lassen. Gerne helfen wir Ihnen auch bei der Suche nach einem Thera­pie­platz, einer Klinik oder Rechtsbeistand.

 

Hier finden Sie neben unse­ren Kontakt­da­ten auch die Nummer vom bundes­wei­ten Hilfe­te­le­fon, Frau­en­häu­sern aus Karls­ruhe, der Gewalt­am­bu­lanz in Heidel­berg und weite­ren Hilfsangeboten.

 

Sie haben ein Recht auf Unter­stüt­zung und Hilfe.

Sie erwar­tet eine erfah­rene Bera­te­rin, die Ihnen Glau­ben und ein offe­nes Ohr schenkt. Alles weitere hängt von Ihnen ab, denn: Wir versu­chen vor allem, Sie in dem zu unter­stüt­zen, was Sie brau­chen. Wir können mitein­an­der reden, können beim Gedan­ken sortie­ren helfen, Hand­lungs­op­tio­nen erar­bei­ten oder trau­ma­the­ra­peu­tisch arbei­ten. Wie Sie wollen. Mehr erfah­ren Sie hier.

Nein. Sie alleine bestim­men, was Sie bei uns erzäh­len und was nicht. Manch­mal trauen sich Menschen nicht zu uns, aus Angst vor der Konfron­ta­tion mit dem, was passiert ist. Dabei muss sich bei uns niemand damit konfron­tie­ren. Viel­leicht hilft es Ihnen auch einfach darüber zu reden, wie es Ihnen jetzt gerade geht. Oder es geht Ihnen besser, wenn Sie Unter­stüt­zung darin bekom­men, anders mit Alltags­si­tua­tio­nen oder mit bestimm­ten Ängs­ten umzu­ge­hen. Wir respek­tie­ren Ihre Grenzen.