Wildwasser Karlsruhe

Wir über uns

Wild­was­ser Karls­ruhe e.V. ist eine Fach­be­ra­tungs­stelle gegen sexua­li­sierte Gewalt in der Träger­schaft des gleich­na­mi­gen Vereins. Unsere Arbeit besteht im Wesent­li­chen aus drei Berei­chen: Wir bera­ten Betrof­fene von sexua­li­sier­ter Gewalt sowie Perso­nen, die sich um jeman­den Sorgen machen; wir bieten Präven­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen mit Schul­kin­dern, Fach­kräf­ten, Verei­nen oder ande­ren Inter­es­sier­ten an und unter­stüt­zen bei Schutz­kon­zep­ten; wir arbei­ten mit ande­ren Einrich­tun­gen und Fach­stel­len zusam­men und posi­tio­nie­ren uns öffentlich.

Mit unse­rer Arbeit setzen wir uns täglich gegen sexua­li­sierte Gewalt ein. Für sexu­elle Selbst­be­stim­mung. Für Kinder­schutz. Für das Recht auf körper­li­che Unver­sehrt­heit. Für das Recht auf Gleich­be­hand­lung aller und die Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlechter.

Wir betrach­ten jeden Menschen als gleich­wer­ti­ges Indi­vi­duum mit einer eige­nen Geschichte, mit indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen und Fähig­kei­ten. Gleich­zei­tig berück­sich­ti­gen wir, dass jeder Mensch – auf unter­schied­li­che Art und in verschie­de­nem Ausmaß – von seiner Sozia­li­sa­tion, gesell­schaft­li­chen Zuschrei­bun­gen, seiner Posi­tion in der Gesell­schaft und weite­rem geprägt ist.

Wir sehen einen Zusam­men­hang zwischen sexua­li­sier­ter Gewalt und struk­tu­rel­ler Ungleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter in unse­rer Gesell­schaft. Sexua­li­sierte Gewalt lässt sich nicht auf nur eine Ursa­che oder Erklä­rung zurück­füh­ren. Gesell­schaft­li­che, sozio­kul­tu­relle, psycho­lo­gi­sche, neuro­lo­gi­sche und weitere Fakto­ren sind alle­samt rele­vant für den Versuch, sexua­li­sierte Gewalt zu erklä­ren. Häufig wenden Menschen sexua­li­sierte Gewalt an, um gewalt­voll Macht und Domi­nanz auszu­üben. In Zusam­men­hang mit dem Umstand, dass die deut­li­che Mehr­zahl der Täter männ­lich und ein Groß­teil der Betrof­fe­nen weib­lich* ist, ist sexua­li­sierte Gewalt auch als Ausdruck unse­res patri­ar­cha­len Gesell­schafts­sys­tems zu verste­hen: d.h. einem Gesell­schafts­sys­tem mit unter­schied­li­chen Sozia­li­sa­ti­ons­be­din­gun­gen und Rollen­zu­schrei­bun­gen für Männer und Frauen, einem System von männ­li­cher Domi­nanz und nicht-männ­li­cher Unterlegenheit.

Betrof­fene gibt es auf allen Seiten: Wir wissen, dass Menschen jeden Geschlechts durch diese Struk­tu­ren auf unter­schied­li­che Weise beein­träch­tigt sind: Männer* wie Frauen*, Menschen jeden Geschlechts.

Wir glau­ben, dass wir gemein­sam Verän­de­rung bewir­ken können: für und mit unse­ren Klient*innen, für unsere Gesell­schaft, für uns alle.

Ziel unse­rer Fach­be­ra­tungs­stelle ist die Been­di­gung von sexua­li­sier­ter Gewalt auf indi­vi­du­el­ler wie gesell­schaft­li­cher Ebene. Ziel ist zum einen, den Schutz von Menschen herzu­stel­len, die sexua­li­sierte Gewalt erle­ben. Menschen, die sexua­li­sierte Gewalt erlebt haben, wollen wir in ihren Anlie­gen unter­stüt­zen — beispiels­weise ihre persön­li­chen Gewalt­er­fah­rung zu inte­grie­ren und trotz oder mit den Erfah­run­gen in ein selbst­be­stimm­tes Leben zu finden. Darüber hinaus wollen wir mit unse­rer Präven­ti­ons- und Öffent­lich­keits­ar­beit über Hinter­gründe sexua­li­sier­ter Gewalt infor­mie­ren und gesell­schaft­li­cher Tabui­sie­rung entge­gen­wir­ken. Wir wollen den Blick für Gewalt­struk­tu­ren schär­fen sowie Rollen­bil­der auflo­ckern, die Gewalt­struk­tu­ren aufrecht­erhal­ten. Wir wollen Erwachsene und Poli­tik in die Verant­wor­tung für den Schutz von Mädchen und Jungen nehmen – weil kein Kind sich selbst schüt­zen kann.